Frittieren bedeutet in heissem Fett schwimmend ausbacken. Man kennt den Spruch "everything tastes better deep-fried", frittiert schmeckt alles besser. Das ist vor allem der Knusprigkeit und den Röstaromen geschuldet, die beim klassischen Frittieren entstehen. Aber: durch das viele Fett ist es ungesund, die ganze Küche riecht nach Fett und es ist auch nicht ganz ungefährlich, wenn heisses Fett spritzt, oder im schlimmsten Fall sich sogar entzündet.
Airfryer (oder auch Heissluftfritteusen genannt) sind seit einiger Zeit stark in Mode, in immer mehr Küchen werden sie mehr oder weniger oft genutzt. Heissluftfritteusen gehören zu den Elektrokleingeräten, ähnlich wie auch Toaster, Wasserkocher, Küchenmaschine, Mixer, Haarfön, und viele weitere. Für die allermeisten dieser Geräte gibt es keine Energieetikette und auch keine Mindestanforderungen ans Ökodesign, weswegen sie auch auf Topten nicht als Produktliste geführt werden. Dennoch kann man Vergleiche zum Energieverbrauch und Sinn oder Unsinn dieser Produkte anstellen.
Was ist ein Airfryer?
Heissluftfritteusen sind vor allem eins nicht: Fritteusen. Viel eher sind es Mini-Umluftbacköfen. Man kann in ihnen backen, rösten, grillen, dämpfen, toasten, aufwärmen. Je nach Design haben sie einen Garkorb oder Garschublade, in welchen direkt das zu garende Gut (wie etwas Pommes frites) eingefüllt werden. Andere Modelle ähneln bereits stark einem Backofen, mit Gittern und sogar Blechen, allerdings sind sie deutlich kleiner. Und genau das ist der springende Punkt bezüglich Energieverbrauch: Da der Backraum viel kleiner ist, muss gar nicht oder nur sehr kurz aufgeheizt werden. Das spart viel Energie. Ist die Temperatur erreicht, kann die Leistung stark gedrosselt werden, was wiederum Energie spart. Durch die gleichmässige Verteilung der Hitze ist das Gargut auch deutlich schneller fertig und das Gerät kann wieder ausgeschaltet werden. Auch so wird wieder deutlich Energie gespart im Vergleich zu einem normalen, grossen Haushaltsbackofen.
Wieviel Energie spart man mit einer Heissluftfritteuse im Vergleich zum Backofen?
Klassische Backöfen haben eine Leistung von 1500 bis über 3000 Watt. Beim Airfryer ist es mit 1500 bis 2500 Watt ähnlich viel. Wieso ist es dennoch oft effizienter, einen Airfryer zu nutzen? Herkömmliche Backöfen, aber auch klassische Fritteusen mit viel Öl, müssen lange aufgeheizt werden. Viele arbeiten dauerhaft mit sehr hohen Temperaturen, statt die Hitze zu reduzieren. Im Gegensatz dazu erreichen Airfryer schnell die benötigte Temperatur und können diese durch die zirkulierende heisse Luft effizienter halten. Sobald im Airfryer die gewünschte Temperatur erreicht ist, z. B. 150 °C, reduziert das Gerät die Energieaufnahme deutlich. Airfryer nutzen im Durchschnitt nur etwa 40 bis 60 Prozent ihrer Maximalleistung, so ergibt sich ein Verbrauch von nur etwa 0,60 kWh bis 0,90 kWh pro Anwendung.
Backofen | Airfryer | |
Pommes frites (500 g) (Energie) | 1,0 kWh | 0,3–0,45 kWh |
Pommes frites (500 g) (Zeit) | 25 Min. | 15 Min. |
Blumenkohl überbacken (Energie) | 0,5–0,6 kWh | 0,2–0,3 kWh |
Blumenkohl überbacken (Zeit) | 20 Min. | 12 Min. |
Poulet-Flügeli (Energie) | 1,0–1,2 kWh | 0,2–0,3 kWh |
Poulet-Flügeli (Zeit) | 40 Min. | 10–12 Min |
Wer profitiert von einem Airfryer in der Küche?
Gerade Haushalte mit wenigen Personen, die kleinere Mengen zubereiten, benötigen kaum noch einen richtigen Backofen, da sich alles im Airfryer zubereiten lässt. Selbst Kuchen und Brote gelinge, wenn man die Gardauer und die Temperatur entsprechend anpasst. Diese muss aufgrund des kleineren Backraums meist ca. 30° tiefer eingestellt werden als im Haushaltsbackofen. Also beispielsweise für einen Cake 150° im Airfryer statt 180° bei Umluft im Backofen. Mittlerweile gibt es viele Rezepte und Kochbücher zur Inspiration, was alles im Airfryer zubereitet werden kann.
Aber auch in Haushalten mit mehr Menschen ist ein Airfryer oft und vielseitig einsetzbar. Je nach Menü können Teile davon schnell und effizient im Airfryer zubereitet werden, zum Beispiel das "Frittieren" von Fertig-Falafel oder Fleischbällchen. Fürs Aufwärmen von Speisen, vor allem Gebackene, die wieder knusprig werden sollen (Pizzastücke, Brötchen), ist ein Airfryer schnell und effizient. Gleichzeitig ersetzt er auch andere Haushaltskleingeräte wie den Toaster oder das Dörrgerät.
Weitere Vorteile des Airfryers
Im Airfryer benötigt man so gut wie kein zusätzliches Fett. Vor allem halbfertige Produkte, die nur noch in der Pfanne angebraten (wie Schnitzel oder Chicken-Nuggets) oder im Ofen gebacken werden (wie Backofen-Pommes, Kroketten, Frühlingsrollen), benötigen kein zusätzliches Fett um im Airfryer zu gelingen. Bei vorfrittierten Produkten tropft sogar ein Teil des enthaltenen Fetts durch das Gitter ab und wird nicht mehr mit gegessen.
Die meisten Teile des Airfryers lassen sich einfach reinigen, oft sogar direkt im Geschirrspüler. Dies ist ein angenehmer Vorteil im Vergleich zum Backofen, dessen Blech oft mühsam geschrubbt werden muss.
Mit 100-200 Franken kostet ein Airfryer im Vergleich zu einem Backofen einen Bruchteil. Etwas höher liegen allenfalls Kombigeräte mit zwei Schubladen oder gar mit einem Steamer kombiniert, was die Kochmöglichkeiten nochmals vielfältiger macht. Die installierte Leistung ist, ähnlich wie bei den kleineren Geräten, um 2000 Watt. Diese Geräte benötigen aber auch deutlich mehr Platz.
Backofen ade?
Nein, gleich komplett auf den Backofen verzichten kann man nicht. Wird eine grosse Backfläche benötigt (zum Beispiel für die Weihnachtsbäckerei, grosse Pizzas) oder müssen wirklich grosse Mengen für viele Leute zubereitet werden (Backofen-Pommes-Frittes für die ganze Familie), ist der Backofen nach wie vor das richtige Gerät. Auch grosse Brote und Zöpfe passen schlicht nicht in einen Airfryer und er kann auch nicht die nötigen Temperaturen liefern, um ein gutes Brot oder Pizza zu backen.
Hält man sich an die wichtigsten Energiespartipps fürs Backen, kann man auch beim normalen Backofen unnötigen Energieverbrauch reduzieren.
Kein Vorheizen: Moderne Backöfen erreichen sehr schnell die erwünschte Temperatur. Achten Sie darauf, wie lange Ihr Backofen braucht, um zur Zieltemperatur zu gelangen. Dann wissen Sie, wieviel vorher Sie einschalten müssen.
Klappe zu: Den Ofen so selten und kurz wie möglich öffnen. Jedes Mal, wenn Sie den Backofen öffnen, entweicht die Hitze, sodass mehr Energie benötigt wird, um wieder auf die gewünschte Temperatur zu kommen.
Restwärme nutzen: Bei längeren Backzeiten können Sie den Ofen frühzeitig ausschalten. Für die letzten 10 Minuten den Ofen ausschalten und die Restwärme nutzen, spart Strom.
Keine Pyrolyse-Reinigung: Immer mehr Backöfen bieten automatische Reinigungssysteme an. Bei der Pyrolyse-Reinigung wird das Gerät auf mindestens 500 °C erhitzt, während das Katalyse-Verfahren durch eine spezielle Beschichtung der Innenwände wesentlich weniger Strom verbraucht. Beim Neukauf sollte darum immer ein Gerät mit Katalysereinigung den Vorzug erhalten.
|
Die besten Backöfen bei ToptenHier finden Sie die effizientesten Backöfen mit einer Energieeffizienzklasse A+ und besser. |
Mehr Details zum Thema finden Sie im Artikel der Energie-Experten.