Moderne Klimageräte sind technisch gesehen Luft-Luft-Wärmepumpen. Sie entziehen der Aussenluft Wärmeenergie und geben diese direkt als warme Luft in den Raum ab. Durch die Nutzung der Umweltenergie erreichen Klimageräte einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Elektrodirektheizungen. Im Jahresmittel liefern moderne Geräte vier- bis fünfmal mehr Wärme pro Kilowattstunde Strom als eine Elektroheizung. International ist dieses Prinzip längst etabliert, und auch in der Schweiz nimmt die Zahl der Anwendungen zu. Der gleiche technische Prozess ermöglicht auch das Kühlen von Räumen: Dabei wird die überschüssige Wärme aus dem Innenraum aufgenommen und an die Aussenluft abgegeben.
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Die besten Single-Split Klimageräte bei ToptenSingle-Split Klimaanlagen verfügen über eine Ausseneinheit und eine Inneneinheit. |
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Die besten Multi-Split Klimageräte bei ToptenMulti-Split Klimaanlagen verfügen über eine Ausseneinheit und mehrere Inneneinheiten. |
Raumklimageräte im Überblick
Es gibt verschiedene Typen von Klimageräten. Split-Systeme sind dabei mit Abstand am effizientesten.
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Kompaktgeräte: Einleitungs- oder Ein-Schlauch-SystemKompaktgeräte sind in der Anschaffung am günstigsten. Sie enthalten meistens einen Schlauch-Adapter für Fenster- und Türspalte oder Bohrungen. Bei Ein-Schlauch-Klimaanlagen wird die beim Kühlen entstehende heisse Abluft über einen Schlauch nach aussen abgeführt. Dadurch wird dem Raum kontinuierlich Luft entzogen, was zu einem Unterdruck führt. Dieser Unterdruck bewirkt, dass warme Aussenluft unkontrolliert über Fenster- und Türspalten sowie andere Undichtigkeiten in den Raum nachströmt. Die Klimaanlage saugt diese Aussenluft nicht gezielt an, muss sie aber dennoch erneut kühlen. In ungünstigen Fällen kann zudem ein Teil der unmittelbar am Fenster austretenden heissen Abluft durch schlechte Abdichtung wieder in den Raum gelangen. Da ständig neue Wärme und Feuchtigkeit in den gekühlten Raum eingetragen werden, ist die Effizienz der Geräte sehr gering. |
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Kompaktgeräte: Zweileitungs-SystemZweileitungs-Systeme sind etwas teurer als Ein-Schlauch-Geräte und stellen eine gute Alternative dar, wenn kein Splitgerät in Frage kommt. Die für die Geräteabwärme benötigte Kühlluft wird über einen Schlauch von draussen angesaugt und über einen zweiten Schlauch wieder nach draussen abgeführt. Dadurch wird kein Unterdruck im Raum erzeugt, was sie effizienter als Ein-Schlauch-Geräte macht. Vereinfacht gesagt bleibt die bereits gekühlte Raumluft im Zimmer, anstatt ständig durch warme Aussenluft ersetzt zu werden. Voraussetzung ist jedoch eine geeignete Öffnung nach draussen, etwa über ein abgedichtetes Fenster oder eine Wanddurchführung. |
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Split-SystemSplit-Systeme sind in der Anschaffung teurer als kompakte Schlauch-Geräte. Sie werden fest installiert, wobei der Kondensationsteil (Kühlbetrieb) samt Kompressor ausserhalb des Raumes liegt und somit keine Abwärme des Klimagerätes in den Raum gelangt. Anders als bei Kompaktgeräten sind hier Innen- und Aussenteil nur mit einer Kältemittelleitung verbunden. |
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Mobil-Split-SystemBei Mobil-Split-Geräten befindet sich der Kompressor im mobilen Innengerät. Im vergleichsweise leichten Aussengerät sind lediglich der wärmeabführende Kondensator sowie ein Ventilator untergebracht. Dadurch verbleiben sowohl die Kompressor-Abwärme als auch der Grossteil der Geräuschentwicklung im Innenraum. Die Effizienz ist deutlich besser als bei Schlauch-Klimageräten, erreicht jedoch nicht das Niveau fest installierter Split-Klimaanlagen mit Kompressor im Aussengerät. Für die Montage des Aussengeräts an Hausfassaden ist in der Regel eine Baubewilligung erforderlich. |
Energieetikette von Split-Klimageräten

Im Mittelpunkt der Energieetikette steht die Energieeffizienzklasse, die von A+++ (sehr effizient) bis D (weniger effizient) reicht. Da viele moderne Klimaanlagen sowohl zum Kühlen als auch zum Heizen genutzt werden können, enthält die Etikette mehrere getrennte Bewertungen. Neben der Einstufung für den Kühlbetrieb sind drei unterschiedliche Bewertungen für den Heizbetrieb angegeben. Dabei wird zwischen drei Klimazonen unterschieden, wobei sich die Schweiz in der mittleren Klimazone (grün) befindet. Für den Kühlbetrieb wird der sogenannte SEER-Wert ausgewiesen, der angibt, wie effizient das Gerät über eine gesamte Kühlsaison arbeitet. Für den Heizbetrieb dient der SCOP-Wert als Massstab, der die Effizienz über die Heizperiode hinweg beschreibt. In beiden Fällen gilt: Je höher der jeweilige Wert, desto energieeffizienter arbeitet die Anlage.
Zusätzlich sind folgende Punkte auf der Etikette ersichtlich:
Leistungsaufnahme
Jährlicher Stromverbrauch in Kilowattstunden fürs Kühlen und Heizen separat
Lautstärke des Innen- und Aussengeräts
Heizen mit Klimageräten
Durch die Nutzung von Umgebungsenergie erzielen Klimageräte einen deutlich höheren Wirkungsgrad als direkte Elektroheizungen. Im Jahresdurchschnitt liefern moderne Geräte vier- bis fünfmal mehr Wärme pro Kilowattstunde Strom als eine Elektroheizung. Dieses Prinzip ist international mittlerweile etabliert und auch in der Schweiz nimmt die Zahl der Anwendungen zu.
Viele Kantone schreiben bis 2030 den Ersatz bestehender Elektroheizungen vor. Bei dezentralen Elektroheizungen existiert in den Gebäuden keine wassergeführte Wärmeverteilung. Der Ersatz durch eine klassische, zentrale Wärmepumpe würde umfangreiche bauliche Eingriffe erfordern, etwa den Einbau von Radiatoren oder einer Fussbodenheizung. Genau hier spielt das Heizen mit Klimageräten seine Stärken aus. Da die Wärme direkt über die Luft in den Raum eingebracht wird, besteht keine Notwendigkeit ein Wärmeverteilsystem einzubauen. Eine Studie von EnergieSchweiz und Topten zeigt, dass dadurch erhebliche Investitionskosten eingespart werden können, ohne auf Komfort oder Effizienz zu verzichten. Durch den geringeren Stromverbrauch der Klimaanlage können die Betriebskosten gegenüber der Elektroheizung reduziert werden.
Einsatzbereiche in der Praxis
Fallbeispiele zeigen, dass Klimaanlagen zum Heizen in weit mehr Situationen funktionieren, als oft angenommen wird. Besonders gut eignen sie sich für Gebäude mit moderatem Heizenergiebedarf, etwa gut gedämmte Einfamilienhäuser, Minergie-Bauten, Ferienhäuser oder saisonal genutzte Objekte. Durch die Reaktivität der Klimaanlagen haben sie sich auch in Gewerberäumen, Ateliers oder Werkstätten bewährt, überall dort, wo flexible Heizzeiten gefragt sind. Weniger geeignet sind sie hingegen für schlecht gedämmte Altbauten mit sehr hohem Wärmebedarf oder für Gebäude, in denen ohnehin bereits ein wassergeführtes System besteht. In diesen Fällen sind andere Wärmepumpensysteme die sinnvollere Wahl.
Klimageräte sind auch bei tiefen Temperaturen effizient
Ein zentrales Entscheidungskriterium ist die Effizienz im Heizbetrieb. Diese wird über den sogenannten SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) beschrieben, der den Wirkungsgrad über ein ganzes Jahr abbildet. Gute Geräte erreichen in der für die Schweiz relevanten Klimazone SCOP-Werte von rund vier oder mehr. Das bedeutet, dass sie auch im Winterbetrieb sehr effizient arbeiten. Moderne Klimageräte liefern selbst bei sehr tiefen Aussentemperaturen zuverlässig Wärme. Auch bei minus 15 oder minus 20 Grad Celsius bleiben sie effizienter als Elektrodirektheizungen. Entscheidend ist, dass das Aussengerät für diese Temperaturen ausgelegt ist und über geeignete Abtau- und Frostschutzmechanismen verfügt.
Planung und Dimensionierung eines Klimageräts
Für einen erfolgreichen Einsatz ist die richtige Dimensionierung entscheidend. Klimaanlagen sollten nicht zu knapp ausgelegt werden, da bei tiefen Aussentemperaturen, also beim grössten Wärmebedarf, der Wirkungsgrad sinkt. Anders als bei vielen anderen Heizsystemen ist eine leichte Überdimensionierung hier unproblematisch und kann sich sogar positiv auf die Effizienz auswirken. Auch die Wahl des Innengeräts spielt eine wichtige Rolle. Während Wandgeräte am weitesten verbreitet sind, bieten bodennahe Truhen- oder Standgeräte beim Heizen physikalische Vorteile. Da warme Luft aufsteigt, kann eine bodennahe Luftabgabe zu einer gleichmässigeren Wärmeverteilung und einem angenehmeren Raumklima führen. In vielen Fällen lassen sich die Elektroheizkörper eins zu eins durch die Truhengeräte ersetzen.
Alltagstauglichkeit als Heizsystem
Ein häufig geäussertes Vorurteil betrifft die Geräuschentwicklung. Praxisfälle zeigen jedoch, dass moderne Geräte sehr leise arbeiten. Dank Inverter-Technologie laufen Kompressoren und Ventilatoren stufenlos und ohne störende Ein-Aus-Zyklen. Im Dauerbetrieb werden die Geräte von den Nutzerinnen und Nutzern als angenehm und kaum wahrnehmbar beschrieben. Auch die Alltagstauglichkeit wird in der Fallstudie positiv bewertet. Die Systeme reagieren schnell, lassen sich gut regeln und ermöglichen eine flexible Handhabung, etwa das gezielte Beheizen einzelner Räume oder das Absenken der Temperatur bei Abwesenheit.
Ein Gerät für Heizen und Kühlen
Oft wird befürchtet, dass Klimaanlagen zum Heizen automatisch zu einem übermässigen Einsatz der Kühlfunktion führen. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass dieser Effekt energetisch kaum ins Gewicht fällt. Der Energiebedarf fürs Heizen ist um ein Vielfaches höher als jener fürs Kühlen. Selbst bei regelmässiger Nutzung der Kühlfunktion im Sommer bleibt die jährliche Strombilanz dank der erheblichen Einsparungen im Winter deutlich besser als bei elektrischen Direktheizungen.
Förderprogramm
Das EKZ fördert den Ersatz von Elektrodirektheizungen durch Klimageräte mit bis zu 2'000 CHF.
Kühlen mit Klimageräten
Hitzetage werden auch in der Schweiz zur Normalität. Klimageräte versprechen eine schnelle Abkühlung. Aber je mehr zusätzliche Klimageräte installiert werden, desto höher wird der Stromverbrauch. Deshalb sollten zuerst überprüft werden, welche Massnahmen zur Kühlung umgesetzt werden können ohne Klimageräte einzusetzen. Wer es trotzdem nicht ohne Klimagerät schafft, findet im Anschluss die wichtigsten Tipps zum Kauf von Klimageräten und deren effizienten Nutzung.
Tipps zur Hitzeprävention ohne Klimagerät
Bevor Sie sich ein Klimagerät anschaffen, können Sie mit Hilfe unserer Tipps der Hitze in Ihrem Haus vorbeugen:
An der Aussenseite der Fenster hilft ein Sonnenschutz vor einer Erhitzung des Raumes. Nach Möglichkeit sollte er hell oder verspiegelt sein und einstellbare Lamellen oder Schlitze besitzen, damit man genügend Licht durchlassen kann und die Beleuchtung nicht eingeschaltet werden muss.
Die Hitze kommt nicht nur von aussen, sondern auch von Geräten in den Räumen. Alles was nicht gebraucht wird, sollte abgeschaltet bleiben: PC, Kopierer, Drucker, Kaffeemaschine etc.
In Hitzeperioden ist die Temperatur nachts und vor Sonnenaufgang am tiefsten. Genau dann ist die beste Zeit zum Lüften (z.B. durch Querlüftung oder Ventilator-Unterstützung).
Ein Gefühl von «kühler» Luft lässt sich durch Luftbewegung schaffen. Decken-, Raum- oder Tischventilatoren lassen die empfundene Temperatur um einige Grad sinken. Die besten Ventilatoren von Topten finden Sie hier.
Mit Wärmepumpen mit Kühlfunktion kann nicht nur geheizt, sondern auch gekühlt werden. Vor der Anschaffung eines Klimageräts sollte überprüft werden, ob das bestehende Heizsystem mit einer Kühlfunktion erweitert werden kann. Beim Kühlen mit Wärmepumpen wird zwischen aktiver und passiver Kühlung unterschieden. Bei der aktiven Kühlung wird der Kältekreislauf in der Wärmepumpe umgedreht; sowohl die Umwälzpumpen als auch der Verdichter sind in Betrieb. Moderne Luft/Wasser-Wärmepumpen verfügen meistens über eine aktive Kühlfunktion. Passive Kühlung wird bei Sole/Wasser-Wärmepumpen eingesetzt. Die Raumwärme gelangt über den Wärmepumpenkreislauf direkt in den Solekreislauf und wird im Erdreich abgegeben; der Verdichter ist nicht in Betrieb. Gegenüber Klimageräten können mit der aktiven Kühlfunktion etwa 20 % und mit der passiven Kühlfunktion etwa 80 % des Stroms eingespart werden. In allen Fällen ist es wichtig, auf den individuellen Taupunkt in den Räumen zu achten.
Wenn kein Weg an einem Klimagerät vorbeiführt
Wenn unsere Tipps Ihnen noch nicht die gewünschte Abkühlung verschaffen konnten, kann ein Klimagerät Abhilfe schaffen. Vor dem Kauf sollten aber folgende Punkte beachtet werden:
Klein-Klimageräte vermeiden: Der tatsächliche Nutzen von Klein-Klimageräten ist sehr unterschiedlich und lässt sich nicht einmal anhand der technischen Daten einwandfrei beurteilen. Geräte aus dem unteren Preissegment können durch ihre Nebeneffekte, wie Abwärme und Lärm, den Nutzen drastisch vermindern.
Baugenehmigung: Für den Einbau von Klimageräten muss eine Baugenehmigung vorliegen.
Kühlung mehrerer Räume: Für die Kühlung mehrerer Räume sind Multi-Split-Geräte oft wirtschaftlicher als mehrere Splitgeräte, da hier nur ein Aussengerät benötigt wird.
Split ist besser als Kompakt: Die Effizienz der besten Kompakt-/Schlauchgeräte (A-Klasse, EER über 2.6) ist geringer als bei Split-Geräten der E-Klasse! Topten hat deshalb einen strengeren Zulassungs-Grenzwert gesetzt.
Tipps zur effizienten Nutzung von Klimaanlagen
Nicht zu viel kühlen: Je nach Aussentemperatur liegt die ideale Raumtemperatur zum Arbeiten im Sommer zwischen 22 und 26 Grad. Je mehr gekühlt wird, desto höher ist der Energieverbrauch.
Fenster schliessen, wenn das Klimagerät läuft.
Ungenutzte Räume sollten nicht gekühlt werden.
Achten Sie bei der Platzierung des Gerätes auf eine ungehinderte Luftzirkulation.
Alle Klimageräte müssen gesondert entsorgt werden, da sie Kältemittel enthalten.
Weiterführende Informationen
Heating with Air Conditioners: Swiss Case Studies. Eric Bush, Steffen Hepp, Andrea Roscetti, Lorenz Deppeler. EEDAL 2024.
Heizen mit Klimageräten. Machbarkeit Ersatz von Elektrodirektheizungen durch Split-Klimageräte. Bundesamt für Energie BFE, April 2024.
Cool Bleiben: Wärmeschutz von Büro- und Gewerberäumen. Bereiten Sie auf den Sommer vor und laden Sie die Broschüre hier herunter!
Energieetikette, EU-Verordnung Nr. 626/2011. Diese Energieetikette ist seit Januar 2014 auch in der Schweiz verbindlich.
EU-Ecodesign-Verordnung Nr. 206/2012. Sie verbietet den Verkauf von ineffizienten Klimageräten in der EU und der Schweiz. Seit Januar 2015 sind die Vorschriften auch in der Schweiz gültig: nur noch Split-Geräte der Klasse B/A (kühlen/ heizen) sowie Kompaktgeräte der Klassen A/B (andere Skala!) dürfen verkauft werden.
Energieeffizienzverordnung (EnEV), Klimageräte im Anhang 1.13.
BFE Bundesamt für Energie / EnergieSchweiz, Bern